Der Grillplatz

Mühlheim: Erst weggeräumt. Dann verschoben. Dann vergessen?

In Mühlheim ist etwas passiert, das sinnbildlich für die Politik der letzten Jahre steht:
Man hatte einen Grillplatz im Naherholungsgebiet.
Er war idyllisch gelegen, mitten im Grünen, beliebt bei Familien, Vereinen und Freundeskreisen.
Ein echter Treffpunkt, ein Stück Lebensqualität.

Ja, es gab Probleme.
Ein kleiner, rücksichtsloser Besucherkreis hat regelmäßig Müll hinterlassen und Dinge beschädigt.
Das ist ärgerlich.
Aber das ist kein Naturgesetz.

Andere Städte reagieren mit Reinigung, Kontrolle, klaren Regeln, Buchungssystemen oder zeitweisen Schließungen. Mühlheim reagierte mit dem radikalsten Schritt: Schließung.
Und als wäre das nicht genug, wurde inzwischen sogar die Überdachung abgerissen.
Nicht repariert.
Nicht gesichert.
Abgerissen.

Ein funktionierender Ort wurde still entsorgt.

Der versprochene Ersatz: erst angekündigt, dann von den Altparteien verschoben.

Nach Protesten und Unmut aus der Bürgerschaft wurde ein neuer Grillplatz versprochen. Große Worte. Große Hoffnung.

Doch was ist passiert?

Nicht nur der Bau wurde verschoben. Das ganze Projekt wurde von den Altparteien auf die lange Bank geschoben.

Kein klarer Zeitplan. Kein verbindlicher Beschluss. Keine transparente Kostenaufstellung. Keine Aussage, ob und wann überhaupt gebaut wird.

So sieht Verantwortung in Mühlheim aus: Erst wegnehmen. Dann vertrösten. Dann schweigen.

Der geplante neue Standort: Grillen im Gefahrenkorridor

Er liegt: – neben einer stark befahrenen Bahnstrecke, – direkt an der stark befahrenen Lämmerspieler Straße, – hinten der Bach Rodau, – und in unmittelbarer Nähe auch noch Wohnhäuser.

Das ist keine Naherholung. Das ist ein Verkehrsdreieck mit Grillrost.

Für Kinder ist das nicht sicher. Für Vierbeiner ist das nicht sicher. Für Anwohner bedeutet das: mehr Lärm, mehr Müll, mehr Ärger.

Und genau dieselben Probleme, die man im Naherholungsgebiet nicht lösen wollte, verlagert man jetzt einfach vor die Haustüren anderer Menschen.
Und selbst wenn der neue Grillplatz irgendwann kommt, ist der geplante Standort ein schlechter Witz.

Die eigentliche Frage: Warum wird in Mühlheim lieber abgerissen als gelöst?

Warum müssen alle verzichten, nur weil wenige sich danebenbenehmen? Warum gibt man einen guten Standort auf, statt ihn zu schützen und zu verbessern? Warum parkt man den Ersatz zwischen Gleisen, Straße und Bach? Warum werden Projekte erst versprochen und dann endlos verschoben?

Die Antwort ist unbequem: Weil Wegschauen einfacher ist als Verantwortung.

Wir sagen: So nicht.

Ein Grillplatz ist kein Luxus. Er ist ein Ort der Begegnung. Ein Treffpunkt für Familien, Jugendliche, Vereine, Neubürger und Alteingesessene. Ein Stück Stadt, das verbindet.

Lebensqualität entsteht nicht durch Abriss. Lebensqualität entsteht durch Lösungen.

Unsere Forderungen zur Kommunalwahl

1. Ein sicherer, sinnvoller Standort
Nicht zwischen Bahnstrecke, Durchgangsstraße und Bach.
Nicht in direkter Nähe zu Wohnhäusern.
Sondern dort, wo Erholung auch wirklich Erholung ist.

2. Ein verbindlicher Zeitplan
Keine weiteren Verschiebungen.
Keine vagen Versprechen.
Ein klares Datum, wann gebaut wird.

3. Ein echtes Betriebs- und Sauberkeitskonzept
– feste Nutzungszeiten
– Buchungssystem
– regelmäßige Reinigung
– Kontrollen
– klare Sanktionen bei Vandalismus

4. Schutz der Mehrheit vor den wenigen Rücksichtslosen
Nicht alle bestrafen, weil sich einige danebenbenehmen.
Regeln durchsetzen, statt Orte schließen.

Ähnliche Beiträge